Geschichte

Die Gründerjahre
Wir schreiben das Jahr 1930. Die Gemeinde Balzers zählt 1347 Einwohner. Ein paar junge Burschen vergnügen sich seit ein paar Jahren in ihrer Freizeit mit einem runden Leder, dem «“Fussball”». Die Eltern kommen zu Hause nicht mehr mit der Arbeit nach, da die jungen Leute beim «”tschutten”» sind.

Angefangen hat das Ganze, als sich Walter Wolfinger, Sohn des damaligen Postwirtes Emil Wolfinger, einen Fussball gekauft hatte, um mit ein paar Freunden ab und an zu «“tschutten”».
Damals gab es in der näheren Umgebung erst einen Fussballverein, den FC Buchs. Er wurde am 1.Juli 1921 gegründet. In den Folgejahren kamen neue Fussballvereine dazu, so auch der FC Balzers, den einige junge «“Tschutter”» in Balzers gründeten. Josef Frick, Haus Nr..344, Josef Arnold Vogt und Theo Wolfinger führten bereits in den Jahren 1930 und 1931 Gespräche über eine Gründung des Fussballclubs Balzers. Schliesslich fand im Frühjahr 1932 die eigentliche Gründerversammlung statt, an der ein erster Vereinsvor stand gewählt wurde, der sich aus folgenden Personen zusammensetzten:

Am 1. Juli wurden schliesslich die ersten Statuten des FC Balzers unterzeichnet. Doch nicht alle Einwohner von Balzers waren von der neuen Freizeitbeschäftigung der jungen Fussballanhänger begeistert. Denn in jener Zeit galt Sport als unnötige Zeitvergeudung. Zudem sorgten die kurzen Hosen und farbigen Tenues immer wieder für Aufsehen. Damals galten Sportler als Faulenzer, da sie anstatt zu arbeiten, einem Ball nachliefen. Doch die Jugend war begeistert und der Fussballsport fand auch in unserer Gemeinde seine Spieler und Anhänger.
Mit der Gründung des Vereins schloss sich der FC Balzers als erster «”ausländischer”» Verein dem Schweizerischen Fussballverband (“gegründet 1895″) an. Somit geht das Jahr 1932 als das Geburtsjahr in die Annalen des FC Balzers ein. Doch auch andere liechtensteinische Fussballvereine entstanden im selben Jahr, so der FC Triesen sowie der FC Vaduz. Der FC Vaduz schloss sich zu Beginn der Vorarlberger Meisterschaft an und stiess erst später zum Regionalverband Ostschweiz II, welchem die beiden Liechtensteiner Vereine Triesen und Balzers bereits angegliedert waren.

Das erste Freundschaftsspiel
Am Sonntag, dem 22..Mai 1932 fand das erste offizielle Freundschaftsspiel des FC Balzers auf dem Riet (“hinter dem heutigen Restaurant Riet”) statt. Als ersten Gegner hatte man den FC Chur eingeladen, den man heute als Patenmannschaft des FC Balzers bezeichnen kann. Der damalige Spielerpräsident Hans Tribelhorn spielte Jahre zuvor für die Bündner und lud den FC Chur nach Balzers ein. Die weiteren damaligen Gegner waren Rheineck, Rorschach, St..Margrethen, Altstätten und Widnau. Der Schweizerische Fussballverband soll sich sehr um den Zögling aus dem Fürstentum bemüht haben, indem er dem FC Balzers und dem Fussball in Liechtenstein in der Anfangszeit für einzelne Tage einen Trainer zur Verfügung stellte. Doch als der Krieg in Europa begann und er auch in unserer Region ein Thema wurde, musste der Spielbetrieb eingestellt werden, da der Fussballplatz als Anbauschlacht ( unter Anbauschlacht wurde die planmässige Förderung des agrarischen Mehranbaus und der Ertragssteigerung zur Sicherung der Nahrungsmittelversorgung bzw.zur Umstellung auf Selbstversorgung während des 2..Weltkriegs verstanden. ) benötigt wurde. Schliesslich konnte ein neuer Platz beim Anwesen des Dr..Alban Vogt gefunden und gepachtet werden. Die Freude über das neue Spielfeld währte nicht lange, da im Jahr 1941, anlässlich einer Prozession festgestellt werden musste, dass die Tore umgerissen worden waren und der Fussball in Balzers ein vorläufiges Ende fand.

Neubeginn mit Alfons Marxer
Im Jahre 1943 «“tschutteten”» aber bereits die ersten jungen Balzner wieder. Unter ihnen war auch ein Lehrer aus Balzers, Alfons Marxer. Zusammen schufen sie in jenen Tagen und Wochen mit viel Begeisterung und Frondienst den Sportplatz Ritsch, der den Namen des letzten österreichischen Zöllners von Balzers trägt. Damals wie heute gehören zu einem «richtigen» Sportplatz auch Tore mit Netzen und Eckfahnen, doch leider fehlten diese noch zu Beginn, so dass der Spielbetrieb erst mit Verzögerung starten konnte. Es wurden Anteilsscheine für CHF 10.– und CHF 20.– ausgegeben, um damit die noch nötigen Fussball-utensilien zu kaufen.
Aber am 5..September 1943 war es soweit. Das erste Meisterschaftsspiel konnte auf dem «Ritsch» angepfiffen werden. Gegner war damals der FC Walenstadt. Die «erste» Saison lief so erfolgreich, dass die Balzner gar den Meistertitel feiern konnten und sich für die Aufstiegsspiele gegen den FC Arbon II qualifizierten. Da sich die Balzner aber unschlüssig waren bezüglich eines Aufstiegs und sie die erste Partie gegen Arbon verloren, verzichteten sie auf einen möglichen Aufstieg. Doch schon in der nächsten Saison 1946/47 feierte der FC Balzers den zweiten Meistertitel und den ersten Aufstieg in die 3.Liga (es sollte nicht die letzte Aufstiegsfeier in der Geschichte des FC Balzers bleiben).

Die Nachtkicker von Gutenberg
Im Jahre 1946 sah man am späten Abend manchmal am Fusse des Gutenberges helle Lichter scheinen und manch einer wunderte sich über das seltsame Treiben auf dem Studentenplatz am Frauenbergweg. Der Ruf nach einem Sportplatz mit Beleuchtung wurde grösser, da die Studenten des Lyzeums Gutenberg sowie die Fussballer oftmals bis spät in die Abendstunden Fussball spielten. Die erste Flutlichtbeleuchtung wurde installiert, damit die jungen Sportler ihrem Hobby auch abends frönen konnten.

Stephanstag
Bis Mitte der 50er-Jahre wurde auf dem Ritsch gekickt. Neben den Spielen veranstaltete der Fussballverein für seine Mitglieder einen jährlichen Ausflug, sowie Grümpelturniere, die in der ganzen Region beliebt waren. In dieser Zeit wurde auch das erste Mal am Stephanstag ein Theater aufgeführt. Dieser Vereinsanlass wurde Tradition und ein fester Bestandteil des Kulturkalenders der Gemeinde Balzers. Bis in die heutige Zeit sorgt der Anlass jedes Jahr für gute Unterhaltung und lachende Gesichter im Gemeindesaal von Balzers.

Umkleidekabine «Hotel Post»
«Träffpunkt ischt am Sunnteg bir Post am halbe drü, wo miar gad o d’Mannschaftsbesprecheg mahen.» So etwa lautete der Freitagsappell beim Abschlusstraining des Trainers zur damaligen Zeit. Auf dem Ritsch gab es keine Umkleidekabinen und so zogen sich die Fussballer in den Räumlichkeiten des Hotel «Post» um. Wer nach einem harten Fussballkampf seine Schuhe und sich selbst waschen wollte, tat dies am Dorfbrunnen neben der Post. Mit neidischen Blicken sah man zu jener Zeit in die Residenz, da der FC Vaduz als einziger Verein im Land einen schönen Fussballplatz und Umkleidekabinen besass. Dies war wohl auch ein Grund, weshalb der Sportplatz Ritsch in den folgenden Jahren (1955–59) renoviert wurde. In der Zwischenzeit durfte der FC Balzers das Gastrecht auf dem Rasen des Rhein¬nachbarn FC Trübbach geniessen.

Neueröffnung Sportplatz Ritsch
Am 2.August 1959 konnte der «neue» Sportplatz Ritsch eröffnet werden. Einem Zeitungsbericht aus dem Liechtensteiner Volksblatt aus diesen Tagen ist zu entnehmen, dass die beiden Partien Balzers – St.Margrethen (1:8) und Vaduz – Red Star Zürich (3:3) nicht unter dem Patronat von Petrus standen, da es während des ganzen Tages in Strömen regnete. Den 700 anwesenden Zuschauern wurden aber viele Tore geboten und auch die Harmoniemusik Balzers gab ihr Bestes die Zuschauer bei Laune zu halten, so dass es dennoch eine schöne Eröffnungsfeier wurde.

Erster Cupsieg 1964
Bis ins Jahr 1964 hatte der FC Balzers im Liechtensteiner Cupwettbewerb nichts zu melden. Der FC Vaduz und der FC Triesen waren die bestimmenden Mannschaften im liechtensteiner Fussball. Der FC Vaduz gewann von 1946 bis 1964 den Cup elf Mal und der FC Triesen fünf Mal. Doch im Jahr 1964 wurden die Geschichtsbücher des FC Balzers, des Fussballverbandes sowie der Gemeinde Balzers um ein neues Kapitel erweitert. In einem dramatischen Spiel gewann der FC Balzers unter Trainer Eugen Seger gegen den FC Triesen mit 1:0. Der Torschütze zum ersten Balzner Cupsieg war David Vogt. Nach der Pokalübergabe durch die Landesfürstin an den Kapitän Baptist Wille reiste der ganze FCB-Tross mit Spielern und Fans nach Balzers zurück, wo ein wahres Volksfest unter Mitwirkung der Harmoniemusik, des MGV sowie der Damenriege und des Turnvereins bis spät in die Nacht gefeiert wurde.

Umzug auf die Rheinau
Der FC Balzers spielte während der 60er Jahre mehrheitlich in der 3.Liga. Doch irgendwie fühlten sich die Balzner Kicker auf dem Ritsch nicht wirklich zu Hause und es wurden Stimmen nach einer neuen Sportanlage laut. Der Ruf wurde in der Gemeinde wahrgenommen und so wurde 1966 beschlossen, eine neue Sportanlage zu bauen. Doch vorerst gab es am Kohlbruckweg einen provisorischen Fussballplatz, auf dem die Saison 1966/67 ausgetragen wurde. Trainiert wurde in jener Zeit auf dem Parkplatz hinter der OC Oerlikon AG (der damaligen Balzers AG). Schon im Frühling 1967 konnte aber auf der «Rheinau» ein erstes Fussballfeld provisorisch benutzt werden. Die Eröffnung der «Rheinau» fand im Jahre 1970 statt. Zum ersten Mal in der Liechtensteiner Cupgeschichte wurde ein Cupfinal in Balzers ausgetragen. Auf der «Rheinau» standen sich der FC Vaduz und der FC Schaan gegenüber, wobei sich die Hauptstädter zum fünften Mal in Folge durchsetzen konnten (2:1). Die definitive Eröffnung der heutigen «Rheinau» fand anlässlich des ersten Balzner Gemeindesportfestes am 12./13.September 1970 statt.

Erstmaliger Aufstieg in die 2. Liga
Im selben Jahr konnte sich der FC Balzers über den Aufstieg in die 2. Liga freuen. In einem packenden letzten Aufstiegsspiel auf der Rheinau vor 1000 Zuschauern gegen den FC Altstätten konnte ein 0:2-Pausenrückstand in einen Sieg umgewandelt werden. Werner Frick (zweimal) und Arthur Frick (nach einem Sololauf), trafen für den FCB ins Schwarze. Gemeinsam mit dem FC Flawil und dem FC Romanshorn wurde die neue Saison in der 2.Liga in Angriff genommen, hingegen verblieben der FC Altstätten und der FC Kirchberg in der 3.Liga.

Zweiter Cupsieg 1973
Drei Jahre später, 1973, stiess der FC Balzers erst zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte (1964) in den Liechtensteiner Cupfinal vor. Diese Chance liessen sich die Balzner um Spielertrainer Winsauer nicht nehmen und besiegten den FC Ruggell auf dem Landessportplatz Vaduz mit 2:1, wobei noch zu erwähnen wäre, dass alle drei Tore vom FC Balzers erzielt wurden.

Somit hatte der FCB eine Cupfinalausbeute von 100 Prozent (2 Cupfinalteilnahmen, 2 Siege). In den folgenden drei Jahren konnte zwar stets der Final erreicht werden, aber nach Balzers kam die begehrte Fussballtrophäe vorerst nicht mehr.

1.Liga und fünf Mal Cupsieger
Im Jahre 1975 verpflichtete der FC Balzers den ehemaligen Bundesligaprofi, Bundesliga-Torschützenkönig (1964/65) sowie deutschen Nationalspieler Rudi Brunnenmeier. Nachdem er seinen Stammverein 1860 München im Jahre 1968 verlassen hatte und in der Ferne sein Glück suchte, landete er zuerst als Spielertrainer bei Neuchatel Xamax (1968/72), dem FC Zürich (1972/73), SW Bregenz (1973/75) und schliesslich beim FC Balzers (1975/77). Die Neueinstellung brachte sogleich die erhofften Erfolge und so stieg die erste Mannschaft nach der Saison 1975/76 in die höchste Schweizer Amateurliga auf.

Damals spielten die Gruppenmeister der 2.Liga um die Aufstiegsplätze in einer Dreiergruppe. Zusammen mit dem FC Balzers qualifizierten sich der FC Glattbrugg und der FC Weinfelden/Bürglen. Jede Mannschaft spielte zwei Auswärts- und zwei Heimpartien und am Ende stiegen der Erst- und Zweitplatzierte in die 1.Liga auf. Die Qualifikation startete verheissungsvoll, da man zu Hause vor 3000 Zuschauern(!) den FC Weinfelden/Bürglen mit 5:2 bezwingen konnte. Mit den Balzner Schlachtenbummlern im Gepäck reiste man nach Zürich, um gegen den FC Glattbrugg weitere Punkte einzufahren. Doch nach 90 Minuten siegten die Zürcher knapp mit 1:0. In der dritten Partie musste der FC Balzers ein zweites Mal in der Ferne auf Torejagd gehen und wiederum verloren sie. Nach einer Stunde der gespielten Partie machte es zwar den Anschein, dass es einen FCB-Erfolg gäbe. Aber am Ende verloren die Brunnenmeier-Kicker mit 4:1 in Weinfelden/Bürglen.

Somit mussten die Balzner die letzte Chance packen, indem sie den bis dato ungeschlagenen FC Glattbrugg am 20.Juni 1976 zu Hause bezwingen mussten. Vor einer tobenden Kulisse von 2500 Zuschauern gewann der FC Balzers dank Toren von Werner Frick und Erich Bürzle mit 2:1. Damit kletterte der FC Balzers auf den zweiten Tabellenplatz der Aufstiegsgruppe, der zum Aufstieg in die 1.Liga berechtigte.

Im selben Jahr qualifizierte sich die erste Mannschaft für den Cupfinal, doch der USV Eschen/Mauren siegte am Ende mit 3:1. In den folgenden Jahren etablierte sich der FC Balzers in der 1.Liga und war in der Region zu einer Fussballgrösse geworden. So kam es, dass der Liechtensteiner Cupwettbewerb in den Jahren 1979, 1981, 1982, 1983 und 1984 vom FC Balzers gewonnen werden konnte.

Juniorenlager von Padaun bis Appenzell
Alle Jahre wieder veranstalten Vereine in den Herbstferien Lager für Gross und Klein. 1987 entschied sich schliesslich auch der FC Balzers erstmals ein Juniorenlager im Herzen Tirols zu veranstalten. Die kleinen Kicker sollten während einer Woche in Padaun ihre Fähigkeiten im Fussball noch weiter verbessern und gleichzeitig neue Freundschaften knüpfen. Das Juniorenlager ist nun seit 20 Jahren ein fester Bestandteil der Jugendförderung und erfreut sich immer noch grosser Beliebtheit.

Berg- und Talfahrt
In den Folgejahren musste die erste Mannschaft wieder eine Liga tiefer spielen, so dass sie 1984 und 1986 in der 2.Liga kickten. Im Zwischenjahr 1985 gelang der Wiederaufstieg in die 1. Liga, doch wie erwähnt, war die Freude von kurzer Dauer.

1987 wurde mit Jochen Abel ein neuer deutscher Spielertrainer aus der Bundesliga geholt. Abel spielte zu seiner erfolgreichsten Zeit beim VfL Bochum. Sein Rekord von 22 getretenen und 22 versenkten Elfmetern in der Meisterschaft ist bis heute noch immer Bundesligarekord. Unter seiner Führung entstand eine neue Mannschaft, die im Jahre 1990 den ersehnten Wiederaufstieg in die höchste Schweizer Amateurklasse realisierte. Doch leider musste die junge Mannschaft bereits zwei Jahre später, im 60-jährigen Jubiläumsjahr, wieder in die 2.Liga absteigen (Spielertrainer für acht Spiele war in jener Saison 1991/92 Thomas Remark). Mit Jochen Abel aber feierte der FC Balzers die Cupsiege Nummer acht und neun gegen den USV Eschen/Mauren 1989 (4:2) und den FC Vaduz 1991 (2:1).

FC Balzers im Europapokal
Nach dem Abstieg in der Saison 1991/92 in die 2.Liga konnte der FC Balzers mit Michael Nushöhr einen weiteren ehemaligen Bundesligaprofi als Spielertrainer verpflichten. Michael Nushöhr hatte in seiner aktiven Zeit in der ersten und zweiten Bundesliga die Fussballschuhe für den 1.FC Saarbrücken, den VfB Stuttgart (zusammen mit Guido Buchwald und Jürgen Klinsmann verloren sie im Jahre 1986 den DFB-Pokalfinal gegen den FC Bayern München mit 5:2) und den 1.FC Kaiserslautern geschnürt.

Bereits nach dem ersten Jahr konnte die Mannschaft um Spielertrainer Nushöhr den ersten Erfolg feiern. In einem packenden Cupfinale bezwang man den FC Schaan in der Verlängerung mit 5:2 und qualifizierte sich so für die Vorrunde des Europapokals der Pokalsieger. In der bisherigen liechtensteinischen Fussballgeschichte war es noch nie einer Mannschaft gelungen, diese Vorrunde zu überstehen und sich so für die Hauptrunde der Pokalsieger zu qualifizieren. In Genf wurde dem FC Balzers der Albanische Cupsieger Albpetrol Patosi zugelost. Am 15.August 1993 vor den Augen des Landesfürsten und der Landesfürstin und weiterer zahlreicher Prominenz, bezwang der FC Balzers den albanischen Cupsieger mit 3:1.Mario Frick, mit seinen zwei Treffern und noch jungen 19 Lenzen, stach dabei besonders heraus. Das Rückspiel in Tirana sollte nicht mehr so torreich werden, und ein torloses Unentschieden reichte am Ende den Balznern, um sich erstmalig in der Vereins- und Verbandsgeschichte für die erste Hauptrunde des Europapokals der Pokalsieger zu qualifizieren.

In der Hauptrunde liessen die Fussballprofis des CSKA Sofia vor heimischen 8000 Zuschauern in Sofia aber nichts anbrennen, indem sie kompromisslos auftraten und mit 8:0 gewannen. Dennoch freute man sich in Balzers auf das Rückspiel, welches schliesslich am 29.September 1993 über die Rheinau-Bühne ging. Mit dem CSKA Sofia kam zu jener Zeit eine echte Spitzenmannschaft auf die Rheinau. Die Balzner konnten im Rückspiel die Partie um einiges offener gestalten und verabschiedeten sich am Ende mit erhobenen Hauptes aus dem Europapokal Wettbewerb mit einem 1:3. Und auch damals machte der junge Frick auf sich aufmerksam, der dem anwesenden Fussballkenner Günter Netzer besonders aufgefallen war. Dank  dem Einzug in die erste Hauptrunde wurde dem FC Balzers die Ehre zuteil, als erste Fussballmannschaft in Liech¬tenstein zur «Mannschaft des Jahres» gewählt zu werden.

Cupfinalkrimi 1997
Nachdem die erste Mannschaft in der Saison 1995/96 wieder in die 1.Liga aufgestiegen war, musste leider ein Jahr später wieder der Abstieg Ende Saison 1996/97 hingenommen werden. Mit einem Cupsieg wollte man die Saison noch «retten», und trat gegen den hohen Favorit FC Vaduz (6.Platz in der gleichen 1.Liga Gruppe) an.

Nach einem 0:0 bei Halbzeit, skorte in der zweiten Hälfte der erst 19-jährige Nationalstürmer Daniel Frick zum 1:0. Der FCB-Goalgetter Manfred Frick hatte später in der 70.Minute den «Matchball» auf dem Fuss, doch für einmal scheiterte der FCB-Stürmer. Der FC Vaduz drückte auf den Ausgleich und schon in der 75.Minute verwertete Daumantas zum 1:1. Somit kam es zur Verlängerung auf der Blumenau in Triesen.

In der 103.Minute schoss Daniel Hasler den FCV mit 2:1 in Führung. Die Balzner steckten aber nicht auf und nach einem weiten Ball des 18-jährigen Marco Büchel auf den 38-jährigen Manfred Frick, behielt dieser die Nerven und versenkte das Leder zum 2:2. Ein Cupfinal wie es Hitchcock nicht besser hätte inszenieren können. Die Partie war noch nicht zu Ende, als in der 113. Minute Manfred Frick zu seinem letzten Kunststück einer langen Saison (Aufstieg mit der zweiten Mannschaft als Spielertrainer in die 3.Liga) ausholte. Nach einem Flankenball stoppte «Mani» Frick den Ball mit der Brust und traf volley von der Strafraumgrenze ins hohe Eck zum viel umjubelten Siegtreffer und zugleich zum elften und bisher letzten Cupsieg des FC Balzers.

Europapokal der Pokalsieger
Dank dem Sieg im Cupfinal durfte der FC Balzers zum zweiten Mal im Europapokal der Pokalsieger antreten. In der Qualifikationsrunde wartete der ungarische Cupsieger auf die Nushöhr-Kicker. Am 14.August 1997 ging der FC Balzers gegen den Proficlub Vasutas Budapest durch Urs Wörnhard sensationell in der ersten Hälfte mit 1:0 in Führung. In der zweiten Hälfte begannen die Kräfte zu schwinden und folglich fielen die Gegentore (1:3). Am Ende zeigte man dennoch eine starke Leistung und man konnte mit dem Wissen, dass auch Profis nur mit Wasser kochen, in die Hauptstadt Ungarns reisen. Wiederum zeigte die erste Mannschaft eine hervorragende Leistung und musste erst in den Schlussminuten den zweiten Treffer hinnehmen, so dass es ein weite¬rer Achtungserfolg trotz Niederlage für den FC Balzers im Europapokal wurde.

Aufstieg in die 2.Liga interregional
Nachdem Dieter Alge im Jahre 1999 vom FC Vaduz zum FC Balzers gekommen war, um seine Spielertrainer-Karriere zu beginnen, musste man feststellen, dass Wunsch¬vorstellungen und Realität nicht immer auf einer Höhe waren. So konnte die Hürde für die neu entstehende 2.Liga inter¬regional, die aus U-21 Mannschaften der «grossen» Clubs plus Absteiger der 1.Liga, sowie Aufsteiger der 2.Liga bestehen sollte, nicht auf Anhieb genommen werden (7. latz).Doch schon in der folgenden Saison konnten, dank der guten Arbeit der FCB-Juniorenabteilung der letzten Jahre, eigene Junioren in die Aktiv-Mannschaften eingebaut werden. Die erste Mannschaft mit dem Trainergespann Alge/Moosmann wurde am Ende einer spannenden Saison (2000/2001) Vizemeister hinter dem FC Landquart.

Bereits ein Jahr später konnte der Aufstieg endlich realisiert werden. Im letzten Spiel auf der Rheinau vor knapp 800 Zuschauern standen sich der FC  Balzers und der FC Rebstein gegenüber. Der Sieger der Partie sollte Gruppensieger werden und somit das Ticket für die 2. Liga interregional lösen. Die Entscheidung fiel erst in der zweiten Hälfte, als der eingewechselte Philipp Foser zur 1:0-Führung einschob. Mirsad «Miko Miljkovic erhöhte das Skore auf 2:0. Kurz vor Ende landete der Ball nach einem wuchtigen Kopfball vom Rebsteiner Stürmer Staub im FCB-Tor, so dass es nochmals spannend wurde. Es sollte jedoch kein Tor mehr fallen, wodurch der FCB-Aufstiegsfeier nichts mehr im Weg stand.

Leider musste man feststellen, dass das Niveau in der interregional Liga doch um einiges höher war. Die Alge-Truppe musste nach nur einer Saison wieder in die 2.Liga «regional» absteigen.

Die Prinzen von Balzers
Nach dem Zwangsabstieg und nur einem Jahr 2. Liga interregional Zugehörigkeit wollte der FC Balzers den direkten Wiederaufstieg realisieren. Die erste Mannschaft bestand zu jener Zeit aus mehrheitlich eigenen Spielern, so dass es keine grossen Mutationen im Team gab und man mit dem selben Kader in die neue Saison startete. Mit an Bord war als Spielertrainer, nach dem Abgang von Alge/Moos-mann, der Deutsche Roger Prinzen. Prinzen spielte, wie
schon einige Spielertrainer des FC Balzers vor ihm, in der deutschen Bundesliga. Gegen Ende seiner fussballerischen Profikarriere spielte Prinzen in der österreichischen Bundesliga, bevor er als Spielertrainer beim FC Balzers begann. Nach 22 Spielen durfte sich der FC Balzers wieder einmal Meister der 2.Liga regional nennen, indem man nur eine Niederlage kassierte (Rebstein 0:1) und sechs Spiele unentschieden ausgingen.

David gegen Goliath
Im Jahr 2006 konnte sich die erste Mannschaft wieder einmal für den Liechtensteiner Cupfinal qualifizieren. Der letzte Cupsieg lag schon ein paar Jahre zurück (1997). Obwohl man in den Jahren 1999, 2000, 2003 und 2004 im Cupfinal stand, hatte man es nie geschafft, den Dauersieger FC Vaduz vom Cupthron zu stürzen. Es hatte teilweise sehr schmerzliche Niederlagen gegeben, die manch einem ehemaligen FCB-Fussballer und Fan das Herz bluten liess. Doch im Jahr 2006 sollte es wieder einmal ein packender und bis zum Schluss spannender Cupfight werden. Die Prinzen-Kicker wussten, dass sie nicht allzu viele Chancen haben würden und die wenigen mussten sie nutzen. Doch es war der FC Vaduz, welcher den Torreigen eröffnete. In der 14.Minute war es bereits um die Jungfräuchlichkeit des FCB-Tores geschehen, Ritzberger hatte für den FCV getroffen. Die erste Mannschaft kämpfte tapfer weiter und konnte dank einem mutigen Spiel nach vorne, durch Darko Angelov in der 39. Minute den Ausgleich erzielen. Dann war es abermals der FCV, dem die abermalige Führung durch Antic gelang. Als sich schon die Meisten mit einem FCV-Sieg abgefunden hatten, kam es doch noch zum Ausgleich. Marco Büchel, Kapitän der ersten Mannschaft, nahm sich der Elfmeterverantwortung an und versenkte das Leder sicher zum frenetisch umjubelten 2:2 Ausgleich (90.).

Die zahlreichen Fans im Stadion (1300) hatten mittlerweile ihr Herz an unsere tapfer kämpfende Mannschaft verloren und feuerten unsere Kicker lautstark n. Doch die bessere Fitness der Profis machte sich in der Verlängerung bemerkbar und die FCB-Kräfte begannen zu schwinden, so dass der erneute Führungstreffer für die Residenzler fiel. Die Luft war nun draussen und nach einem weiteren Treffer für den FCV hiess das Schlussresultat 4:2 für den FC Vaduz. Für die anwesenden Fussballfans und an jenem Ostermontag hiess jedoch der «wahre Cupsieger» – FC Balzers.

Saisonabschluss 2006/2007
Die erste Mannschaft konnte sich nach 26 gespielten Partien in der interregional Gruppe 5 auf dem 6.Tabellenplatz behaupten. Das Team um Roger Prinzen hatte zu Beginn der Saison Mühe, die Vorstellungen des Trainers umzusetzen, da einige neue Spieler den FCB verstärkten. Gegen Ende der Saison lief es immer besser und so konnte sich die Mannschaft im Mittelfeld festsetzen. Nach nun vierjähriger Tätigkeit trennen sich die Wege von Roger Prinzen und dem FC Balzers. Mit Michael Nushöhr kehrt ein altbekannter Fussballlehrmeister auf die neue Saison 2007/2008 auf die Rheinau zurück.

Erneuter Aufstieg 2009/2010 in die 1. Liga
Nach 14 Jahren Abwesenheit in der 1. Liga gelang unter Trainer Michael Nushör der erneute Aufstieg in höchste Amateuerklasse der Schweiz . In dieser Saison resultierte der 10. Schluusrang in einer 16er Gruppe.

Mario Frick Trainer seit Herbst 2012
In der neu gegründeten 1. Liga Classic startete die 1. Mannschaft in einer 14 er Gruppe. Mario Frick übernahm im September 2012 das Traineramt interimistisch von M. Nushöhr.